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    Ergebnis der Unternehmensbefragung

    Unternehmen sind mit dem Standort LK Uelzen sehr verbunden – doch halten sie eine bessere Verkehrsanbindung für dringend notwendig

    Das lokale Gewerbe bildet das wirtschaftliche Rückgrat des Landkreises Uelzen. Eine gesunde und mit dem Standort zufriedene Wirtschaft sichert die Zukunftsfähigkeit des Landkreises Uelzen, der sich zur Zeit an dem Wettbewerb „LandZukunft“ des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz beteiligt.Um hierfür die Bedürfnisse, Zukunftserwartungen und Nöte der Unternehmen als Grundlage für die Wirtschaftsförderung und Standortentwicklung systematisch zu erfassen, hat die Wirtschaftsförderung „Uelzen aktiv“ eine Unternehmensbefragung veranlasst, die im Oktober 2011 stattgefunden hat. Mit der Durchführung des „GEWERBEMonitor“, wurde die L.Q.M Marktforschung GmbH beauftragt, 76 Geschäftsführer und Führungskräfte von Unternehmen im Landkreis in ausführlichen telefonischen Interviews zu befragen. Diese Befragung fand nicht nur im Landkreis Uelzen, sondern im ganzen Bundesgebiet statt, so dass die Ergebnisse mit anderen Landkreisen, Städten und Gemeinden verglichen werden können.

    Das wichtigste Ergebnis: Die meisten Gewerbetreibenden erwarten für ihr Unternehmen eine positive Wirtschaftsentwicklung in den nächsten fünf Jahren, steigende Beschäftigten- und Umsatzzahlen und Wachstum im Investitionsvolumen im Landkreis. Wie untenstehende Grafik zeigt, sind die Unternehmen im Landkreis Uelzen damit optimistischer als der Benchmark (also der Durchschnitt aller an der Befragung teilnehmenden Städte, Gemeinden und Landkreise).

    Trotz dieser optimistischen Aussichten für das eigene Unternehmen ist die Grundstimmung insgesamt eher schlecht: 34% (Benchmark 29%) rechnen damit, dass es mit dem Unternehmensstandort Landkreis Uelzen abwärts geht, 27% (Benchmark 33 %) rechnen mit einem Aufwärtstrend.

    Dies hängt auch mit der teilweise kritischen Einschätzung der Standortfaktoren im Landkreis Uelzen zusammen.Wie in Abb. 2 zu erkennen ist, bewerten die meisten der befragten Unternehmensvertreter die Lebensqualität als positiv, also das reizvolle Landschaftsbild und die Sauberkeit und Sicherheit des Landkreises. Der kommunale Vergleich zeigt, dass der Landkreis hier einen Wettbewerbsvorteil hat.

    Doch bezüglich der allgemeinen Standortentwicklung sind die Befragungsteilnehmer eher skeptisch. So wird der Landkreis weniger als zukunftsorientiert und wirtschaftskräftig wahrgenommen. Aus diesem Grund wollen die Befragten den Standort nur eingeschränkt weiterempfehlen. Wichtigster Kritikpunkt der Unternehmen ist das aus ihrer Sicht zu verbessernde Image des Landkreises Uelzen. Im Detail bemängeln die befragten Unternehmen vor allem die Verkehrsanbindung und das Angebot an qualifizierten Arbeitskräften. Etwa die Hälfte der befragten Unternehmen ist mit diesen Aspekten ausdrücklich unzufrieden. Nur zum Teil zufrieden sind sie auch mit dem Zugang zu Business-Netzwerken, Kinderbetreuungen und den Leistungen der Kreisverwaltung. Positiv dagegen wird das Angebot an Erweiterungsflächen und die Immobilienpreise bewertet. Hiermit ist mehr als die Hälfte der Befragungsteilnehmer sehr oder zumindest eher zufrieden.

     

     

    Abbildung 3 zeigt, dass im Benchmark insbesondere die Verkehrsanbindung, das Angebot an qualifizierten Arbeitskräften, der Zugang zu Business-Netzwerken und die Kinderbetreuungs-möglichkeiten als schlecht beurteilt werden, während die Zufriedenheit mit den Leistungen der Kommunedurchaus im normalen Bereich liegt.

    Abb. 3: Zufriedenheit mit den Standortfaktoren im Benchmark

     

    Die Unternehmen erhielten im Interview die Gelegenheit, Wünsche zu äußern. Diese Wünsche sind sehr stark zukunftsorientiert, man wünscht sich vom Landkreis mehr Zukunftsperspektive. Dazu gehört ganz konkret eine bessere Verkehrsanbindung, speziell der Ausbau der A39, den immerhin 11% spontan genannt haben, eine verbesserte Kommunikation und Kooperation mit den Unternehmen, schnellere Verwaltungsvorgänge, aber auch ganz allgemein die Erwartungshaltung, „dass sich wieder etwas tut im Landkreis“. Die Unternehmen erwarten von Politik und Verwaltung Maßnahmen für eine stärkere Vernetzung der Wirtschaft und die überregionale Anbindung. Dazu gehört auch die Verbesserung der Außendarstellung des Landkreises (siehe Abbildung 4).

     

     

     

    Abb. 4: Verbesserungsvorschläge für den Landkreis

     

    Landrat Dr. Heiko Blume bewertet diese Ergebnisse als sehr hilfreich: „Wir haben wertvolle Hinweise bekommen, wo wir aus Sicht der befragten Unternehmen besser werden sollen. Hieran werden wir arbeiten. Einiges können wir durch bessere Kommunikation und Transparenz erreichen, für andere Projekte brauchen wir zusätzliche Mittel. Deshalb hoffen wir, dass wir zu den vier Gewinnern des Bundeswettbewerbs „LandZukunft“ gehören und werden versuchen, mit den Unternehmen zusammen einen preiswürdigen Wettbewerbsbeitrag zu erarbeiten.“

    Dass die Chancen hierfür gut stehen, wird auch durch das im kommunalen Vergleich überdurchschnittlich gute Abschneiden der Wirtschaftsförderung Uelzen aktiv gezeigt. Insgesamt sind die Unternehmer mit den Leistungen der Wirtschaftsförderung eher zufrieden. Noch optimistischer stimmt, dass zwei Drittel der befragten Unternehmen in den letzten 12 Monaten Kontakt mit der Wirtschaftsförderung hatten – und wer in Kontakt mit der Wirtschaftsförderung steht, ist noch zufriedener mit ihrer Leistung.

    Die gute Arbeit der Wirtschaftsförderung bestätigen viele Befragte auch in den offenen Kommentaren. Doch die kritischen Anmerkungen zur Wirtschaftsförderung sollen auch nicht verschwiegen werden. Diese beziehen sich in der Regel auf den Informationsfluss zwischen Wirtschaftsförderung und Unternehmen, den einige Befragungsteilnehmer als verbesserungsfähig sehen. Insbesondere werden mehr Informationen über Fördermöglichkeiten und mehr Unterstützung bei der Suche nach Erweiterungsflächen oder Immobilien gewünscht.

    „Wir haben von den Unternehmen konkrete Verbesserungsvorschläge bekommen und an denen arbeiten wir bereits. Viele der befragten Unternehmen wissen nicht, dass sie auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten Termine mit den Sachbearbeitern der Kreisverwaltung vereinbaren können. Auch unser elektronischer Newsletter ist noch nicht allen bekannt. Diese Studie hat uns eine sehr gute Grundlage geliefert, um gezielte Verbesserungsmaßnahmen in die Wege zu leiten“, sagt Marlis Kämpfer, die Leiterin der Wirtschaftsförderung Uelzen aktiv.

    Hier gibt es die Ergebnisse der Befragung als PDF

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